Analabszess & Analfistel
Analabszess
Durch entzündliche Veränderungen kleiner Drüsen im Bereich des Afters (sogenannte Krypten) kann sich gelegentlich eine abgekapselte Eiteransammlung bilden, die man als Analabszess bezeichnet. Dieser äußert sich häufig durch eine schmerzhafte Schwellung am Afterrand. In manchen Fällen liegen die Schmerzen eher tiefer, ohne dass äußerlich eine deutliche Schwellung oder Rötung sichtbar ist.
Ein Abszess muss chirurgisch eröffnet werden, damit der Eiter abfließen kann und die Entzündung abheilt. Salben – auch sogenannte „Zugsalben“ – sowie Antibiotika sind in der Regel nicht wirksam und können die notwendige Behandlung sogar verzögern. Wird der Abszess nicht fachgerecht eröffnet, kann es zu einem spontanen Durchbruch kommen.
Analfistel
Sehr häufig liegt einem Analabszess eine Analfistel zugrunde. Dabei handelt es sich um einen feinen Gang zwischen dem Analkanal und der Haut. Wird bei der Operation eine unkomplizierte, oberflächlich verlaufende Fistel festgestellt, kann sie meist direkt mitbehandelt werden.
Bei komplexeren Fisteln, die höher durch den Schließmuskel ziehen, ist es zunächst notwendig, eine sogenannte Fadendrainage einzulegen. Diese dient dazu, die Entzündung kontrolliert abklingen zu lassen. In einem zweiten Eingriff, etwa nach 6–8 Wochen, wird die dann entzündungsfreie Fistel dauerhaft behandelt. In sehr seltenen Fällen kann es erforderlich sein, die Fadendrainage über einen längeren Zeitraum zu belassen.
Wird eine Analfistel nicht behandelt, kommt es in der Regel dauerhaft zu einem Austritt von Sekret, etwa Eiter oder Blut, aus der äußeren Fistelöffnung. Verschließt sich diese Öffnung vorübergehend durch Haut, kann sich erneut ein Abszess bilden. Wird lediglich der Abszess eröffnet, ohne die zugrunde liegende Fistel zu sanieren, ist ein Wiederauftreten jederzeit möglich.
Wiederholte Abszesse können langfristig zu Schädigungen des Schließmuskelapparates führen. Daher ist eine sorgfältige und vollständige Behandlung besonders wichtig.