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Privatpraxis für Proktologie und Chirurgie in Marburg – Proktologe Dr. Martin Koller – Proktea Chirurgica

Analfissur

Einriss der Afterhaut

Eine Analfissur ist ein schmaler Riss in der empfindlichen Haut des Analkanals.

Dieser Riss verursacht starke Schmerzen beim Stuhlgang (Defäkation), die oft auch nach dem Toilettengang anhalten.

Akute Analfissur (frischer Einriss)

Eine Fissur kann plötzlich entstehen, zum Beispiel durch harten Stuhlgang, starkes Pressen oder mechanische Reizung (äußere Manipulation).

Typische Symptome sind:

  • stechende Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang
  • hellrote Blutspuren auf dem Stuhl oder Toilettenpapier
  • gelegentlich eine tropfende Blutung

Der Einriss liegt fast immer in Richtung Steißbein, also an der hinteren Seite des Afters.
Durch die starken Schmerzen kann sich der Schließmuskel verkrampfen.
Diese Verkrampfung verschlechtert die Durchblutung in dem Bereich – und dadurch kann die Wunde nicht gut heilen.
Bleibt die Fissur über längere Zeit bestehen, kann sie sich zu einer chronischen Analfissur entwickeln.

Behandlung der akuten Fissur

Die frische, akute Fissur wird in der Regel konservativ behandelt, also ohne Operation.
Ziel ist es, den Schmerz zu lindern, den Schließmuskel zu entspannen und den Stuhlgang zu erleichtern.

Bewährte Maßnahmen sind:

  • Spezielle Salben mit muskelentspannender und schmerzlindernder Wirkung
  • Stuhlregulierung durch natürliche Quellstoffe (z. B. Flohsamenschalen), damit der Stuhl weich bleibt
  • Sanfte Analhygiene und Sitzbäder zur Förderung der Durchblutung

 

Mit dieser Behandlung heilen die meisten akuten Analfissuren vollständig innerhalb weniger Wochen ab.

Chronische Analfissur

Wenn der Riss nach etwa 3–6 Monaten trotz Behandlung nicht abheilt, spricht man von einer chronischen Fissur.
In diesem Fall entstehen zusätzliche Veränderungen:

  • Kleine Fistelgänge im Bereich des Schließmuskels (intersphinktäre Fistel)
  • Narbengewebe oder Vorpostenfalte am äußeren Rand
  • Vergrößerte Analpapillen im Analkanal

Diese Veränderungen verschlechtern die Heilung und führen häufig zu:

  • dauerhaften Schmerzen,
  • wiederkehrender Blutung,
  • Nässen oder Stuhlschmieren.

Operative Behandlung

Wenn die Fissur chronisch ist, ist meist ein operativer Eingriff notwendig.
Dieser wird ambulant, also ohne stationären Aufenthalt, durchgeführt.

Dabei wird:

  • der Schließmuskel vorsichtig gedehnt, um die Spannung zu lösen,
  • und die chronische Fissur mitsamt Narben, Fistel und Hautläppchen vollständig entfernt.

 

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Rückenmarks- oder Vollnarkose.
Nach der Operation bleibt eine frische, offene Wunde am After, die bei konsequenter Wundpflege in der Regel gut und vollständig abheilt.