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Privatpraxis für Proktologie und Chirurgie in Marburg – Proktologe Dr. Martin Koller – Proktea Chirurgica

Diagnostik

Gemeinsam zur klaren Diagnose

Durch die Kombination aus moderner Labordiagnostik, sorgfältiger Anamnese und gezielter körperlicher Untersuchung können wir Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sehr präzise abklären. Dies bildet die Grundlage für eine individuell abgestimmte, wissenschaftlich fundierte Therapie.

Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)​

Die Anamnese – also das strukturierte Erfassen der medizinisch wichtigen Vorgeschichte – ist ein zentrales Element jedes Arzt-Patienten-Kontakts. Dabei werden Informationen gesammelt, die für das Verständnis der aktuellen Beschwerden entscheidend sind. Die Antworten stammen entweder vom Patienten selbst (Eigenanamnese) oder, wenn nötig, von Angehörigen oder anderen Bezugspersonen (Fremdanamnese).

Eine sorgfältige Anamnese bildet die Grundlage für eine verlässliche Diagnose und ist in allen Bereichen der Medizin unverzichtbar. Typische Fragen betreffen frühere Erkrankungen, Allergien, familiäre Gesundheitsrisiken, berufliche Belastungen, aktuelle Medikamente, Lebensstil und mögliche Risikofaktoren. Auch Themen wie Sexual- oder Reiseverhalten sowie die subjektiv empfundenen Beschwerden können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Austastung des Enddarms (digitale rektale Untersuchung)​

Bei dieser kurzen und in der Regel gut tolerierten Untersuchung tastet der Arzt den Enddarm vorsichtig mit dem Finger aus. Dadurch lassen sich krankhafte Veränderungen wie Knoten, Verhärtungen, Schleimhautveränderungen oder schmerzhafte Areale zuverlässig erkennen.

Gleichzeitig kann die Funktion des Schließmuskels beurteilt werden – zum Beispiel, ob sich der Muskel kräftig anspannen lässt oder ob eine verminderte Haltekraft vorliegt. Diese Informationen sind wichtig, um Beschwerden wie Schmerzen, Blutungen oder Stuhlentleerungsstörungen richtig einzuordnen.

Abtasten und Abhören des Bauchraums

Bei der Untersuchung des Bauchraums tastet der Arzt die Bauchdecke mit ruhigen, systematischen Handgriffen ab. So können empfindliche Bereiche, tastbare Widerstände oder ungewöhnliche Schwellungen erkannt werden.

Zusätzlich wird der Bauch mit dem Stethoskop abgehorcht. Die dabei hörbaren Darmgeräusche geben Hinweise darauf, wie aktiv der Darm arbeitet – ob er normal, verstärkt oder vermindert tätig ist. Dieses Zusammenspiel von Tasten und Hören ermöglicht eine fundierte Einschätzung verschiedener Bauchbeschwerden.

Proktoskopie (Spiegelung von Analkanal und unterem Mastdarm)

Blutauflagerungen am Stuhl, am Toilettenpapier oder im WC können sehr beunruhigend wirken – und tatsächlich sollten Blutungen aus dem Analkanal immer ernst genommen und abgeklärt werden. In vielen Fällen steckt jedoch eine gutartige und vergleichsweise harmlose Ursache dahinter.

Im persönlichen Gespräch erfragt der Arzt zunächst weitere Beschwerden wie Schmerzen, Brennen, Juckreiz oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten. Anschließend folgt eine gezielte Untersuchung des Analkanals mithilfe eines Proktoskops, einem kurzen, schlanken Instrument, das eine direkte Ansicht des Kanals ermöglicht.

Häufig finden sich gutartige Ursachen, etwa:

  • vergrößerte oder blutende Hämorrhoiden,
  • kleine Einrisse der Analhaut (Fissuren),
  • oberflächliche Entzündungen oder Schleimhautreizungen.
Rektoskopie (Spiegelung des Mast- bzw. Enddarms)

Bei der Rektoskopie wird der gesamte Mastdarm systematisch untersucht. Dabei beurteilt der Arzt die Schleimhautoberfläche auf Entzündungen, Verletzungen, Engstellen oder Geschwulste.

Für eine gute Sicht ist meist eine kurze Vorbereitung durch einen kleinen Einlauf ausreichend. In einigen Fällen genügt bereits eine Entleerung kurz vor der Untersuchung.

Die Untersuchung erfolgt mit einem starren Rektoskop, einem Metallrohr von etwa 20 cm Länge und 2 cm Durchmesser, das mit einer Lichtquelle und einer Vorrichtung zur Luftinsufflation ausgestattet ist. Das Instrument wird unter direkter Sicht vorsichtig in den Mastdarm vorgeschoben. Durch vorsichtiges Einblasen von Luft entfaltet sich die Schleimhaut, sodass selbst kleine Veränderungen gut erkennbar werden.

Mögliche Befunde sind unter anderem:

  • Entzündungen der Darmschleimhaut
  • Schleimhautvorfälle oder Polypen
  • Engstellen
  • tumoröse Veränderungen
Laboruntersuchungen (Blut- und Stuhldiagnostik)

Eine sorgfältige Labordiagnostik ist ein entscheidender Baustein, um Erkrankungen des Verdauungstraktes zuverlässig zu erkennen, einzuordnen und individuell zu behandeln. In unserer Praxis führen wir alle gängigen sowie spezialisierte Untersuchungen in Blut, Stuhl, Urin.

Dank der engen Zusammenarbeit mit etablierten Laborpartnern können wir ein sehr umfassendes diagnostisches Spektrum anbieten, das sowohl grundlegende Parameter als auch hochspezialisierte Fachwerte umfasst.

Blutuntersuchungen

Blutwerte liefern wichtige Hinweise auf Entzündungen, Infektionen, Mangelzustände oder Funktionsstörungen von Organen wie Leber, Bauchspeicheldrüse oder Schilddrüse. Je nach Fragestellung können unter anderem folgende Parameter bestimmt werden:

  • Entzündungsmarker
  • Blutbild zur Einschätzung von Blutarmut oder Infektionen
  • Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte
  • Elektrolyte, Eisenstoffwechsel, Vitaminstatus
  • Immunologische Spezialwerte, z. B. bei Verdacht auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)
Stuhldiagnostik

Die Untersuchung des Stuhls bietet wertvolle Einblicke in die Funktion des Darms und die Beschaffenheit der Darmschleimhaut. Sie hilft bei der Diagnostik von:

  • Entzündungen, etwa durch Messung des Calprotectins
  • Infektionen (Bakterien, Viren, Parasiten)
  • Malabsorptionsstörungen, z. B. Fettverdauungsprobleme
  • Mikrobiom-Veränderungen
  • blutigen oder okkulten Blutverlusten, die von außen nicht sichtbar sind