Reizdarm
(Reizdarmsyndrom, RDS)
Häufig, belastend – aber meist harmlos
Der Reizdarm ist eine funktionelle Störung des Darms, die viele Menschen betrifft.
Trotz zahlreicher Studien sind die genauen Ursachen bis heute nicht eindeutig geklärt.
Man weiß jedoch, dass mehrere Faktoren zusammenspielen – sowohl körperliche als auch psychische.
Mögliche Ursachen und Zusammenhänge
Ein Reizdarm entsteht nicht durch eine einzige Ursache, sondern durch eine Kombination verschiedener Einflüsse.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen:
- Die Darmbewegung (Peristaltik) ist bei Reizdarm-Patienten oft verstärkt oder unregelmäßig.
- Die Darmschleimhaut ist durchlässiger („Leaky Gut“) und reagiert empfindlicher auf Reize.
- Auch die Zusammensetzung der Darmflora (Mikrobiom) unterscheidet sich von der gesunder Menschen.
- Erbliche Veranlagung, Stress und hormonelle Faktoren können die Beschwerden zusätzlich beeinflussen.
Warum diese Veränderungen auftreten, ist jedoch noch nicht abschließend erforscht.
Diagnose – eine Ausschlussdiagnose
Da die Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, muss der Arzt ernsthafte Ursachen ausschließen.
Dazu gehören unter anderem:
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Tumorerkrankungen des Darms
- Infektionen oder Entzündungen
In der Regel erfolgt eine gründliche Untersuchung, oft einschließlich Darmspiegelung.
Erst wenn keine krankhafte Veränderung gefunden wird, kann die Diagnose Reizdarm gestellt werden.
Hausarzt oder Gastroenterologe?
Der erste Ansprechpartner ist meist der Hausarzt.
Wenn die Beschwerden länger bestehen oder weitere Erkrankungen ausgeschlossen werden sollen, ist eine Überweisung zum Gastroenterologen sinnvoll.
Dieser führt die endoskopische Diagnostik (z. B. Koloskopie) und spezielle Funktionsuntersuchungen durch.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausschließen
Da sich die Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Gluten-, Fruktose- oder Laktoseintoleranz) ähneln, müssen diese zunächst ausgeschlossen werden.
Dies geschieht durch spezielle Atem- oder Bluttests.
Wichtig: Vor diesen Tests sollte keine eigenständige Diät begonnen werden, da dies die Testergebnisse verfälschen und eine sichere Diagnose erschweren kann.
Wenn keine Unverträglichkeit nachgewiesen wird, kann der Patient probeweise bestimmte Lebensmittel weglassen, um zu beobachten, ob sich die Symptome bessern.