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Privatpraxis für Proktologie und Chirurgie in Marburg – Proktologe Dr. Martin Koller – Proktea Chirurgica

Sinus pilonidalis

(Pilonidalsinus)

Entzündung durch eingewachsene Haare in der Gesäßfalte

Ein Sinus pilonidalis ist eine entzündliche Erkrankung der Haut in der Gesäßfalte (medizinisch: Rima ani).
Sie entsteht, wenn Haare in die Haut einwachsen und dort Entzündungen und Fistelgänge bilden.
Unter der Haut können sich Eiteransammlungen bilden, die schmerzhaft anschwellen.

Wie entsteht ein Sinus pilonidalis?

Die genaue Ursache ist nicht immer eindeutig, aber in den meisten Fällen dringen abgebrochene Haare in die Haut ein und lösen eine Entzündungsreaktion aus.
Dabei entstehen kleine Gänge unter der Haut (Fisteln), die sich verzweigen können – ähnlich einem „Fuchsbau“.

Die Erkrankung tritt meist über dem Steiß- und Kreuzbein auf, also oberhalb des Afters.
Daher kommt auch der umgangssprachliche Begriff „Steißbeinfistel“, der jedoch nicht ganz korrekt ist, weil das Steißbein selbst nicht betroffen ist.

Typische Anzeichen

  • Schwellung und Rötung in der Gesäßfalte
  • Schmerzen beim Sitzen oder Gehen
  • Eiteraustritt aus kleinen Hautöffnungen
  • Manchmal auch mehrere kleine Punkte oder Löcher (Pori) in der Haut – diese können lange bestehen, ohne Beschwerden zu machen

Risikofaktoren

Ob häufiges Sitzen die Entstehung begünstigt, ist wissenschaftlich nicht abschließend bewiesen,
wird aber oft als möglicher Auslöser genannt – insbesondere bei jungen Männern oder Menschen mit stärkerer Körperbehaarung.
Früher wurde die Erkrankung auch als „Jeep’s Disease“ bezeichnet, weil sie bei Soldaten auf langen Jeep-Fahrten häufig auftrat.

Behandlung

Wenn sich eine akute Entzündung oder wiederkehrende Beschwerden entwickeln, ist eine vollständige Heilung nur durch eine Operation möglich.
Dabei wird das gesamte entzündete Fistelgangsystem unter der Haut entfernt.
Je nach Ausdehnung erfolgt die Operation ambulant oder stationär, meist mit guter Heilungstendenz, wenn die Wunde sorgfältig gepflegt wird.

Kleine, beschwerdefreie Öffnungen ohne Entzündung müssen nicht zwingend behandelt werden, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden.