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Privatpraxis für Proktologie und Chirurgie in Marburg – Proktologe Dr. Martin Koller – Proktea Chirurgica

Stuhlinkontinenz

Wenn der After den Stuhl nicht mehr richtig halten kann

Stuhlinkontinenz bedeutet, dass der After den Stuhl oder Winde nicht mehr vollständig zurückhalten kann.
Je nach Ausprägung betrifft dies nur Luft (Winde), weichen Stuhl oder auch festen Stuhlgang.
Die Beschwerden sind für Betroffene sehr belastend und können den Alltag und das soziale Leben stark einschränken.

Ursachen

Eine Fissur kann plötzlich entstehen, zum Beispiel durch harten Stuhlgang, starkes Pressen oder mechanische Reizung (äußere Manipulation).

Typische Symptome sind:

  • stechende Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang
  • hellrote Blutspuren auf dem Stuhl oder Toilettenpapier
  • gelegentlich eine tropfende Blutung

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Schließfunktion des Afters geschwächt sein kann.


Häufige Ursachen sind:

  • Beckenbodenschwäche (z. B. nach Schwangerschaft oder im Alter)
  • Dammrisse nach Entbindungen
  • Voroperationen im Afterbereich
  • Deutlich vergrößerte Hämorrhoiden
  • Tumoren oder andere Erkrankungen im Enddarmbereich

 

In manchen Fällen liegt auch eine Nervenstörung oder Muskelschwäche zugrunde, die den Schließmuskel beeinträchtigt.

Formen der Inkontinenz

Je nach Schweregrad unterscheidet man:

  • Gasinkontinenz – ungewolltes Abgehen von Winden
  • Flüssigkeitsinkontinenz – Verlust von weichem Stuhl
  • Festinkontinenz – ungewollter Abgang von festem Stuhl

Oft beginnt die Erkrankung schleichend und verschlechtert sich mit der Zeit, wenn sie nicht behandelt wird.

Psychische und soziale Belastung

Viele Betroffene leiden stark unter der Situation:

  • Sie vermeiden soziale Kontakte,
  • haben Angst, das Haus zu verlassen,
  • und entwickeln nicht selten Schamgefühle oder depressive Verstimmungen.

 

Deshalb ist es wichtig, über die Beschwerden offen zu sprechen – eine fachärztliche Untersuchung kann helfen, gezielt und erfolgreich zu behandeln.

Behandlungsmöglichkeiten

Je früher eine Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.
Die Therapie wird individuell an die Ursache und den Schweregrad angepasst.

Häufig helfen schon einfache Maßnahmen:

  • Beckenbodentraining oder Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur
  • Ernährungsumstellung, um die Stuhlkonsistenz zu verbessern
  • Elektrostimulation zur Aktivierung der Schließmuskelfunktion

 

In bestimmten Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein, um die Haltefunktion des Afters zu verbessern.